Tumor

Unter Tumoren oder Krebs versteht man Zellen und Gewebe, die ohne Kontrolle wachsen bzw. sich vervielfältigen und dadurch für den Körper gefährlich werden können. Der Großteil der Tumore ist nicht bösartig, da diese lokale Grenzen respektieren und nicht über die Blutbahn oder Lymphgefäße in den Körper streuen. Dies ist ein Merkmal maligner oder bösartiger Tumore.

Wichtig ist vor jeder Behandlung eine genaue Abklärung und Untersuchung, die wir oft interdisziplinär und in Zusammenarbeit mit den zuständigen Tumorboards durchführen. Hier wird ein Patienten-individueller Behandlungsplan anhand des Stadiums des Tumors erarbeitet und unsere Patienten ganzheitlich betreut.

Lipom / Fettgewebsgeschwulst

Lipome sind gutartige, örtlich begrenzte Ansammlungen von Fettgewebe (Fettgeschwulste). Sie zählen zu den häufigsten Weichteiltumoren und zeigen verschiedene Wachstumsformen. Das gleichzeitige Vorkommen mehrerer Lipome wird als Lipomatose bezeichnet und ist häufig. Typische Lokalisationen für Lipome sind die Bauchwand, Nacken und Rücken, Oberschenkel sowie Unter- und Oberarme. Auch im Gesicht und hier vor allem an der Stirn können Lipome auftreten.

Häufig in unserem klinischen Alltag sind so genannte „reife“ Lipome, die relativ homogenes Fettgewebe innerhalb einer zarten Kapsel enthalten. Liegt ein größerer Anteil Bindegewebszüge innerhalb des Fettgewebes vor, spricht man von einem „Fibrolipom“.

Beide Wachstumsformen sind gutartig, können jedoch aufgrund Ihrer Größe und des verdrängenden Wachstums Beschwerden und Schmerzen verursachen.

Wann sollten eine Fettgewebsgeschwulst entfernt werden ?

Erreichen Lipome einen Durchmesser von ca. einem Zentimeter, werden sie abhängig von der Stärke der sie umgebenden Fettschicht ertastbar. Häufig treten Beschwerden jedoch erst bei etwas größeren Befunden auf. Manche Lipome bestehen daher jahrelang, bevor sie durch ein beschleunigtes, raumforderndes Größenwachstum zu Beschwerden führen. Spätestens dann besteht eine medizinische Indikation zur Entfernung.

Neben Schmerzen können Lipome zudem nicht nur kosmetisch sondern auch funktionell, zum Beispiel am Rücken beim Sitzen durch den Druck der Stuhllehne oder am Hemdkragen bei Lokalisation am Nacken stören. Sie können, beispielsweise an den Flanken bis zu Kindskopf-Größe erreichen.

In sehr seltenen Fällen wird ein Übergang in eine bösartige Wachstumsform, dem so genannten Liposarkom beobachtet. Daher ist eine feingewebliche (histologische) Untersuchung des entfernten Gewebes immer angezeigt.

Basaliom

Das Basaliom (Basalzellkarzinom, Ulcus rodens, Ulcus terebrans) und das Spinaliom (Spinozelluläres Carcinom, Stachelzellkrebs, Plattenepithelkarzinom) der Haut werden landläufig als „weißer Hautkrebs“ bezeichnet. In beiden Fällen handelt es sich um bösartige Wucherungen der Haut, die gelegentlich ähnlich aussehen können.
Basaliome und Spinaliome sind die häufigsten bösartigen Tumore überhaupt. Sie wachsen mehr oder minder langsam und zerstören lokal das Hautgewebe. Die Wachstumsrichtung ist meist horizontal, das heißt, sie breiten sich horizontal im Bereich der Haut aus, Basaliome und Spinaliome können aber auch in die Tiefe vordringen und hier Weichteilgewebe oder sogar in Knochen einwachsen. Basaliome metastasieren praktisch kaum, Spinaliome selten und dann meist erst in einem weit fortgeschrittenem Stadium (dann insbesondere in die Lymphknoten).

Wie entsteht ein Basaliom?

Die heute bei weitem häufigste Entstehungsursache für Basaliome und Spinaliome ist chronische, langjährige Sonneneinstrahlung der Haut. Das erklärt auch, warum diese Hauttumore bevorzugt an denjenigen Körperregionen (Gesicht, Kopf, Hände) auftreten, die meist nicht von Kleidung bedeckt sind, sondern der Sonnenstrahlung ausgesetzt sind. Gerade heute in einer Zeit des Klimawandels und der zunehmenden Freizeit mit Aktivitäten unter freiem Himmel sollte schon frühzeitig und lebenslang auf guten Sonnenschutz geachtet werden. Eine wichtige Rolle spielen in diesem Zusammenhang sicher auch genetische Faktoren. Menschen mit sehr heller Haut, also wenig Pigmentzellen (Melanozyten) neigen häufig zu Sonnenschädigung wie Sonnenbrand. Patienten mit sehr heller Haut entwickeln häufiger Basaliome oder Spinaliome als Patienten mit dunkel-pigmentierter Haut. Insbesondere Spinaliome können sich auch auf dem Boden chronischer Wunden oder instabiler Narben entwickeln. Ein neu aufgetretener Knoten oder ein sich neu bildendes, evtl. blutendes Geschwür im Bereich einer Narbe oder einer lange bestehenden Wunde sollte stets eingehender untersucht werden.
Eine Immunabwehrschwäche kann zur Entwicklung von bösartigen Tumoren im Allgemeinen und Basaliomen oder Spinaliomen im Speziellen führen. Besonders gefährdet sind Patienten die zeitlebens Medikamente zur Unterdrückung der körpereigenen Immunabwehr (Immunsuppression) z. B. nach einer Organtransplantation einnehmen müssen.Aber auch verschiedene Erkrankungen wie z. B. Aids vermindern die Immunabwehr und können zur Entwicklung von Hautkrebs führen. In den Hintergrund getreten sind demgegenüber Basaliome oder Spinaliome die aufgrund chemischer Hautschädigung insbesondere durch Arsen hervorgerufen wurden. Hautkrebsentstehung durch chemische Noxen z. B. in der Chemieindustrie wird durch die gängigen Arbeitsschutzmaßnahmen heute weitgehend minimiert.

Wie weiß ich was das für ein Hauttumor ist ?

Die Diagnose des Basaliomes oder Spinaliomes wird in der Regel klinisch vom Arzt gestellt.
Da Hautkrebs aber, wie oben beschrieben, in sehr unterschiedlichen Ausprägungen auftreten kann, ist eine eindeutige Einordnung klinisch, das heißt mit dem bloßen Auge oder der Lupe allein nicht immer möglich.
Gelegentlich gibt die Wachstumsgeschwindigkeit des Knotens Hinweise auf die Art des Hauttumores: Basaliome etwa wachsen in der Regel sehr langsam, innerhalb von Monaten bis Jahren heran. Spinaliome, insbesondere, wenn es sich um hochmaligne Tumore handelt, können durchaus rascher, innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten heranwachsen. Davon abzugrenzen sind meist gutartige Hautveränderungen (z. B. Keratoakanthome), welche innerhalb kürzester Zeit, d. h. weniger Wochen auftreten können. Ein Knoten, welcher innerhalb weniger Tage entstanden ist, kann aber auch nur ein entzündlicher Prozess sein (Abszess, Follikulitis, Granuloma pyogenicum, etc.).
Da die letztendliche Diagnosesicherung nur durch eine histologische Untersuchung des Gewebes unter dem Mikroskop durch den Pathologen erfolgen kann, ist in Zweifelsfällen immer die Entnahme einer Gewebeprobe aus dem Tumor bzw. bei kleinen Knoten, die Entnahme des gesamten Knotens und Untersuchung durch den Pathologen sinnvoll.

Wie sollte ich diesen Tumor behandeln ?

Die Therapie der chirurgische Ausschneidung des Basaliomes oder Spinaliomes hat den entscheidenden Vorteil, dass das entfernte Gewebe histopathologisch untersucht werden kann. Das heißt, der Pathologe erhält das entnommene Gewebestück und untersucht dieses mikroskopisch. Dabei kann er zunächst den Tumor erkennen und diesen exakt klassifizieren (Ist er gutartig oder bösartig? Handelt es sich um ein Basaliom, Spinaliom, Melanom oder einen anderen bösartigen Krebs?).
Eine wichtige, weitere Aufgabe ist, die Grenzen des entfernten Gewebestückes zu untersuchen in Hinblick darauf ob am Schnittrand (zur Seite und zur Tiefe hin) des Exzidates Tumorzellen vorhanden sind oder ob der Schnittrand „tumorfrei“ ist. Sind die Schnittränder des entfernten Gewebestückes frei von Basaliom- oder Spinaliomzellen, so liegt der Hautkrebs (in der obigen Skizze mit T gekennzeichnet) mehr oder minder im Zentrum des entfernten Hautstückes und der Tumor ist „im Gesunden“ entfernt (siehe linkes Schema in der obigen Skizze). Man kann dann davon ausgehen, dass der Hautkrebs komplett entfernt worden ist. Findet der Pathologe allerdings am Schnittrand, also an der Grenze des entfernten Gewebestückes noch Krebszellen, so ist davon auszugehen, dass auch am jenseitigen Schnittrand, also im Bereich der Wunde Krebszellen zurückgeblieben sind (siehe rechtes Schema in der obigen Skizze).

Welche Verfahren zur operativen Entfernung stehen zur Verfügung?

Ziel jeder chirurgischen Behandlung eines Basaliomes oder Spinaliomes sollte es stets sein, den Hauttumor histologisch kontrolliert im Gesunden zu entfernen. Bei kleineren Basaliomen oder Spinaliomen wird dies mit Hilfe einer einfachen, spindelförmigen Exzision des Tumores möglich sein. Eine einfache, spindelförmige Ausschneidung, wie oben schematisch gezeichnet bedeutet, dass der kleine Hautdefekt in der Regel dann direkt vernäht werden kann. Dieses Standardverfahren setzt voraus, dass in der Nachbarschaft zum entfernten Hauttumor genügend lockeres bzw. elastisch dehnbares Hautgewebe vorhanden ist, welches zum Wundverschluss herangezogen werden kann. Ab einer bestimmten Größe des Basaliomes bzw. Spinaliomes oder/und an bestimmten Körperregionen (Ohr, Nase, etc.) ist dieser direkte Wundverschluss durch einfache Naht nicht mehr möglich. Der Verschluss des Hautdefektes, der durch die Tumorentfernung entstanden ist, muss dann mit Hilfe einer Hautverpflanzung oder mit einer Hautlappenplastik erfolgen.

Weichteiltumore / Weichteilsarkom

Weichteiltumore sind gutartige (benigne) oder bösartige (maligne) Tumore des Weichteilgewebes.

Zu diesen Geweben zählen:

  • Bindegewebe
  • Fettgewebe
  • Muskulatur
  • Gefäße
  • Nerven

Der Großteil der Weichteiltumore ist gutartig und lässt sich lokal mit einer kleinen Operation in örtlicher Betäubung entfernen. Durchgeführt durch unsere Spezialisten der Plastischen Chirurgie wird die Technik so gewählt, dass möglichst wenig sichtbare Narben zurückbleiben.

Bösartige (maligne) Tumore wie zum Beispiel ein Sarkom werden interdisziplinär in Zusammenarbeit mit den Kliniken für Onkologie und Radioonkologie sowie anderen Kliniken behandelt. Größere Tumore, die bei Entfernung zu großflächigen Defekten und Funktionsverlusten führen, müssen plastisch rekonstruktiv behandelt werden. Wir klären im Erstgespräch, ob zusätzliche Untersuchungen zur kompletten Abklärung des Tumors notwendig sind und besprechen mit den Patienten dann genau das weitere Vorgehen.

Professor Dr. Lars Steinsträßer, beschäftigt sich seit fast 20 Jahren intensiv mit Fragestellungen zur Diagnostik, Therapie und Prognose bei Weichgewebssarkomen.

Seine nationalen und internationalen Veröffentlichungen bestimmen die Behandlungsstandards mit.

 

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